Foto: Messe Berlin GmbH
Im August/September 1948 findet die erste „Grüne Woche“ nach dem Krieg statt – mitten in der Berlin-Blockade. Dank der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner, die ihr Obst und Gemüse auf das Messegelände bringen, können erstmals wieder Agrarerzeugnisse gezeigt werden. Organisiert wird dies vom Berliner „Zentralverband der Kleingärtner, Siedler und bodennutzenden Grundbesitzer e. V.“ unter Vorsitz von Wilhelm Naulin, der die Messe auch als Lobbyarbeit für das Kleingartenwesen nutzt: Besser kann man das Selbstversorgerprinzip nicht demonstrieren. Naulin fordert vom Magistrat, dass das Brachland den Menschen zum Gärtnern überlassen wird.

Seit 1926 sind Kleingartenverbände mit eigenen Ständen und Fachveranstaltungen auf der Messe vertreten – unterbrochen nur durch den Zweiten Weltkrieg und später die Corona-Pandemie. 1948 tragen die Bezirksverbände entscheidend zur Wiederbelebung bei: Die „Grüne Woche“ startet mit nur 59 Ausstellern.
Bis ins 21. Jahrhundert blieb die „Internationale Grüne Woche“ ein Instrument der gesellschaftlichen und politischen Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde. Die Agrarmesse feiert in diesem Jahr „100 Jahre Grüne Woche“.

